27.06.2018

Gremienarbeit beim Verbandstag: Weichenstellung für die Zukunft

Die Delegierten hatten zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen.

Der Fachverband-Vorsitzende Joachim Butz (2. v. li.) und Hauptgeschäftsführer Wolfgang Becker (re.) arbeiten zukünftig mit einer neu zusammengesetzten Führungsriege zusammen: Alfred Keller (1. v. li.), Bernd Simon (Mitte) und Wolfgang Friedrich (2. v. re.) engagieren sich ehrenamtlich als Stellvertretende Vorsitzende.

Matthias Bergmann machte deutlich, dass die DSGVO nicht nur die vollautomatische Erhebung und Verarbeitung personenbezogener Daten schützt, sondern auch die EDV-unabhängige Erhebung und Speicherung, also „alles, was in einem Ordner abgeheftet und aufgeschrieben ist.“

"Sie können nicht erwarten, dass die Kunden daran denken, ihre Lüftungsanlage alle zwei Jahre warten zu lassen. Gehen Sie besser aktiv auf sie zu", riet Claus Händel den Unternehmern.

Jörg Knapp erläuterte das neue Nachweisverfahren für die Verbrennungsluftversorgung. Er betonte, dass raumluftabhängige Feuerstätten in weitgehend dichten Gebäuden eine Verbrennungsluftöffnung in der Außenhülle benötigen. Auch die Überströmung müsse geplant werden.

Während die Partnerinnen und Partner beim Verbandstag das attraktive Rahmenprogramm in der Barockstadt Ludwigsburg genießen konnten, krempelten die Delegierten ihre Ärmel hoch, denn es gab viel zu tun.

Neben erforderlichen Nachwahlen, Entscheidungen bezüglich einer geänderten Wahlordnung und Haushaltsfragen, ging es um weitere wichtige Zukunftsthemen: Welche Aktivitäten können von den Innungen und Betrieben vor Ort umgesetzt werden, um mit der Nachwuchskampagne „Zeit zu starten“ mehr Schülerinnen und Schüler für das SHK-Handwerk zu begeistern? Wie kann der Verband in einer zu gründenden Zukunftskommission weiterentwickelt werden, um für Mitglieder und Nicht-Mitglieder noch attraktiver zu werden? Und wie sieht die Umsetzung der Energiewende in den nächsten Jahren aus, angesichts der im Klimaschutzplan 2050 festgelegten Zielvorgaben? Diese Themen wurden im Rahmen der Mitgliederversammlung diskutiert.

Aber auch die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung und der Umgang mit asbesthaltigen Baustoffen aufgrund des jüngst veröffentlichten „Nationalen Asbestdialogs“ wurden thematisiert.

Ein Aspekt, der derzeit auf keiner Tagesordnung fehlen darf, ist die Digitalisierung. Albrecht Oesterle, Referatsleiter Betriebswirtschaft, präsentierte hierzu einen Baustein der digitalen Agenda des Zentralverband SHK, der die Betriebe mit konkreten Projekten und Maßnahmen unterstützen will. Opens external link in new window„Open Datapool“ ist eine neue Branchenlösung, die den Betrieben qualitätsgeprüfte Produktdaten nach aktuellen Standards der SHK-Branche zur Verfügung stellt. Auf einer einzigen Plattform stehen zwei- und dreistufige Herstellerdaten bereit, die individuell heruntergeladen werden können: Plandaten, Stammdaten, Ausschreibungsdaten, Bilder, Montage- und Pflegeanleitungen, Maßzeichnungen. Für Innungsbetriebe ist diese Systemlösung kostenlos.

Fachtagung: Weiterbildung für leitende Mitarbeiter


Kein Verbandstag ohne Weiterbildung: Im Rahmen der Fachtagung hatten nicht nur Delegierte, sondern alle Innungsfachbetriebe die Möglichkeit, sich über aktuelle SHK-Themen zu informieren.

Großes Interesse rief der Vortrag zum Thema EU-Datenschutzgrundverordnung hervor. Fachverband-Rechtsassessor Matthias Bergmann empfahl hierzu den Teilnehmern in seinem Überblicksreferat: „Gehen Sie die Datenschutzgrundverordnung nach dem ‚GMV-Prinzip‘ an“. Neben dem gesunden Menschenverstand legte er den Innungen und Betrieben die Handlungsempfehlungen und Leitfäden des ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) ans Herz. Zu Vorsicht mahnte der Jurist vor allem bei der Verwendung von Kundendaten im Zusammenhang mit Werbung und Email-Newslettern, wohingegen bei einer Angebotserstellung oder bei einem Vertragsabschluss keine Einwilligung des Kunden bezüglich der Datenspeicherung erforderlich sei.

Claus Händel vom Fachverband Gebäude-Klima e.V. stellte die Anforderungen an die Planung, Installation und den Betrieb von Wohnungslüftungsanlagen vor. Die Diskussion im Bereich Wohnraumlüftung sei zu eng geführt und zu sehr reduziert auf den Bautenschutz. Sie müsse auch auf Aspekte des Wohnkomforts ausgeweitet und den Kunden verdeutlicht werden. Händel beantwortete wesentliche Fragen zur DIN 1946-6 und gab den Teilnehmern einen Planungsleitfaden an die Hand.

Jörg Knapp vom Fachverband-Referat Technik analysierte die wesentlichen Änderungen der TRGI (Technische Regeln für Gasinstallationen) 2018. Mit der Veröffentlichung des Regelwerks ist im September diesen Jahres zu rechnen. Der Zentralverband SHK und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) werden im Herbst dazu bundeseinheitliche Ein-Tages-Schulungen anbieten, nach deren Vorgaben auch der Fachverband 2019 entsprechende Schulungsangebote machen wird. Knapp wies darauf hin, dass davon auszugehen ist, „dass man aus dem GVU-Register genommen wird, wenn man nicht entsprechende Schulungen nachweisen kann.“

Mitgliedsbetriebe können die Vorträge nach dem Einloggen im geschlossenen Bereich unter Opens internal link in current windowwww.fvshkbw.de/download/verbandstag herunterladen. Ohne Einloggen findet sich unter der gleichen URL auch eine Bildergalerie mit Impressionen vom Verbandstag.